Dienstag, 2. September 2014

Hat sich die Ausrüstung bewährt?

Die Heimfahrt gibt Zeit, einige Zeilen zur Ausrüstung zu schreiben, die ich die letzten Wochen mitgeschleppt habe.

Generell hat meine Ausrüstung gehalten, was ich mir von Ihr erhofft hatte.

1. Rucksack
Da ja die erste Woche Teile unserer Familien dabei waren, habe ich recht kurzfristig noch einen Gossamer Gear Mariposa gekauft. Ich bin sehr zufrieden: sehr leicht (860 Gramm), super geräumig und gut zu tragen. Das Rückenpolster habe ich oft als Sitz benutzt in kürzen Pausen. Eine Regenschutzhülle habe ich im letzten Moment dazugekauft (Bach Größe M).
Die Außenhaut und das Mesh haben im rauhen Bergalltag zwei kleine Löcher abbekommen, die aber nicht weiter aufreißen. Daumen hoch für den Mariposa!

2. Schuhe
Meine Meindl Island MFS sind Top! Keine Blase in vier Wochen und das bei einem wilden Mix von Sonne und Regen, Geröll und Asphalt, bergauf und bergab. Die eine Zunge hat bei mir in der zweiten Woche eine Druckstelle am Knöchel ausgelöst, seither hat ein Stück Tape die Zunge fixiert. Im Vergleich zu meinen Mitwanderern hatte ich im Dauerregen die trockensten Füße.
Auch meine Hüttenschuhe Haben sich bewährt: ich habe meine Innov8 xlite 155 mitgenommen. Im Vergleich zu Flipflops wesentlich Alltagstauglicher und mit 300 Gramm pro Paar hinreichend leicht.

3. Regenzeug
Atmungsaktiv ist nur Marketing-Gelaber! Bei unserem Einsatz mit steilen Aufstiegen im Regen ist man in kurzer Zeit von innen Klatschnass und im Gegensatz zum Wasser von außen riecht es drinnen dann nach kurzer Zeit unangenehm. Meine Vaude Event Jacke ( dreilagig Laminat) hat einigermaßen dicht gehalten. Auch die stark beanspruchten Stellen unter den Rucksackgurten haben nicht aufgegeben. Wichtiges Feature sind die Belüftungsmöglichkeiten, da nur so der Dampf weg kommt. Und die Kapuze hat genug Bewegungsfreiheit gelassen, die Brille vor direktem Regen bewahrt und auch bei Sturm ihren Platz einbehalten.
Meine Vaude Regenhose hat nach zwei bis drei Stunden durchgedrückt. Wenn die darunterliegenden Schichten langsam durchweichen, dann senkt das die Stimmung nochmals deutlich...

4. Isolation
Stellenweise war es echt kalt. Ich hatte sowohl eine Fleecejacke als auch eine Daunenweste dabei. Nächstes mal bleibt eins davon zuhause: beim Laufen habe ich die Dinger nie gebraucht, da heizt der Körper selber. Für den Gipfel und/oder die Pause muss dann schnell ein trockenes Shirt und die Isolation griffbereit sein. Und Abends in den Hütten kann's auch mal kühl sein. Außerdem gibt der Fleece ein gutes Kopfkissen ab, er macht also nächstes mal das Rennen.

5. Wäsche
Mein Merino-Kram ist super!
4 Unterhosen, 3 T-Shirts (150g/m2), ein ganz dünner Longsleeve (150g/m2) für abends und nachts sowie ein etwas dickerer (200g/m2) zum Laufen und unter der Regenjacke haben sich bei mir abgewechselt.
Die 150er von Icebreaker sind leider nicht robust, T-Shirts und der Longsleeve haben etliche Löcher davongetragen: Gürtelschnallen und Reißverschlüsse perforieren das Zeug sehr schnell.
Temperaturregulierung, Feuchtigkeitstransport, Geruchund Kuschelwohlfühlfaktor sind aber absolut top!

6. Stöcke
Meine Leki Thermolite mit Aussenklemmung haben beste Dienste geleistet. Abwärts habe ich sie auf ca 135 Zentimeter, bergauf auf 126 Zentimeter eingestellt. Durch die Aussenklemmung ging das auch schnell im Gehen umzustellen. Die weichen Griffe liegen gut in der Hand und haben keine Blasen oder Reizungen hinterlassen.
Generell waren die Stöcke eine sehr wichtige Hilfe: Entlastung der Gelenke beim Abstieg, Gleichgewichtshilfe auf wackeligen Geröll und 'Allradantrieb' im steilen und rutschigem Terrain.


Falls Ihr auch Erfahrungen mit Ausrüstung gemacht habt, meldet Euch gerne zu Wort!

Montag, 1. September 2014

Triest

Unser Bed&Breakfast ist gut, nur beim Sturm heute Nacht geht die Zimmertür immer auf. Mehrmaliges Abschliessen löst das Problem und wir können schlafen...

Auch nach dem Frühstück regnet und stürmt es noch, träge schlüpfen wir in die Wanderschuhe und Regenjacken und stöbern mehr oder weniger erratisch durch die Altstadt.

Trieste lebt eindeutig vom Glanz vergangener Tage. Der Aufschwung durch die Öffnung nach Slowenien und Kroatien ist im Stadtbild noch nicht zu sehen.

Mittags wird das Wetter besser und wir steigen hoch zur Kathedrale und dem Castello.

Die Straßenbahn nach Opicina haben wir auf unserem Weg bereits gesehen, heute lassen wir es uns nicht nehmen, einmal hoch und runter zu fahren. Das besondere an diesem Relikt aus einer anderen Zeit ist, dass die Straßenbahn für das Steilstück in eine Standseilbahn eingehängt wird und so den Großteil der Höhenmeter überwindet.

Nach dem Abendessen heißt es dann Abschied nehmen von Triest und vor allem von Claudius und Rolf. Die Adressen sind ausgetauscht, wir werden sicher einen Bilderabend machen!